Kölblin Immobilien - Lohnt sich Bausparen noch?

Lohnt sich Bausparen noch?

Die Grundlegende Idee des Bausparens
Wenn viele Menschen Kapital für eine solide Eigenheimfinanzierung sammeln, indem sie sparen und fest verzinsen, erhalten sie ein günstiges Darlehen mit festen Zinsen bis zur letzten Rate.
Das Bauspardarlehen wird dabei im Wesentlichen aus den angesparten Guthaben anderer Bausparer gezahlt, deren Vertrag noch nicht zuteilungsreif ist. Der Vorteil für den Sparer besteht darin, dass er mit sicheren Darlehenszinsen rechnen kann. Die Bausparkasse wiederum sichert sich bei der Kreditvergabe ab, durch das vorangegangene Sparen des Kunden.

Probleme durch Niedrigzinsen

Für Verträge, die noch vor dem momentanen Niedrigzinsniveau abgeschlossen wurden, zahlen Bausparkassen nicht mäßige, sondern relativ hohe Zinsen. Vor allem Bausparer die kein Darlehen aufnehmen, sondern so lange wie möglich an ihren alten Bausparverträgen festhalten, stellen ein Problem für Bausparkassen dar. Diese sind nämlich verpflichtet die Spargelder in risikoarme Wertpapiere anzulegen, die durch die aktuell niedrigen Zinsen jedoch kaum Rendite erbringen. Das kann ein Verlustgeschäft für die Bausparkasse bedeuten, weshalb zunehmend die alten Bausparverträge gekündigt werden.

Verbraucherschützer beklagen diese Entwicklung, mit der Begründung, dass der Vertrag nicht einfach gekündigt werden könne wenn kein Darlehen abgerufen wird - weil dies so meist nicht vereinbart worden sei. Rechtlich gesehen wird jedoch anders argumentiert: Wenn die Bausparsumme angespart ist, ist auch das Vertragsziel erreicht. Gekündigt werden kann auch, wenn der Bausparvertrag schon viele Jahre (hier 10 Jahre) zuteilungsreif ist (Oberlandesgericht Hamm; Beschluss vom 30.12.2015, Az.31 U 191/15).

Was Herr Guthmann, Verbandsdirektor der Landesbausparkassen in Berlin, Verbrauchern rät

„Für viele Bausparer mit älteren Verträgen, deren Darlehenskonditionen angesichts minimaler Kapitalmarktzinsen nicht mehr attraktiv sind, kann es sich lohnen, in aktuelle Bauspartarife mit niedrigeren Darlehenszinsen umzusteigen. Dafür bieten ihnen die Landesbausparkassen individuelle Lösungen.“
„Das A und O auf dem Weg in die eigenen vier Wände ist das möglichst frühzeitige Ansparen von Eigenkapital. Bausparern, gerade mit kleinen Einkommen, hilft der Staat dabei. Er fördert Sparleistungen mit der Wohnungsbauprämie und der Arbeitnehmersparzulage. In den allermeisten Fällen ist auch die Einbindung der Altersvorsorgeförderung (Wohn-Riester) in die Finanzierung interessant).“

Quelle: Familienheim und Garten; Ausgabe April 2016; S. 4-5. Zusammenfassung von Julia Maes